Schwören Sie nicht und versprechen Sie nicht, tun Sie’s einfach!

Eines der Probleme, die wir bei uns selbst und bei anderen beobachten können, sind die Folgen nichterfüllter Schwüre und Versprechen. Ein großes Problem besteht darin, dass wir diese Schwüre und Versprechen in vielen Fällen vor sehr langer Zeit abgelegt bzw. gegeben haben und wir uns häufig nicht einmal mehr an sie erinnern können. Wichtig ist, dass unsere Schwüre aber immer noch gelten. Ich glaube, nachdem wir uns einige Bibelstellen angesehen haben, die mit Schwüren und Versprechen zu tun haben, werden Sie künftig lieber ganz auf Schwüre verzichten.....


In der Bibel finden wir Beispiele bedingungsloser Schwüre und Versprechen, und ebenso Schwüre und Versprechen, die an die Erfüllung konkreter Bedingungen geknüpft sind. Das Wichtigste aber ist, zu sehen, dass Gott ein Gott von Verträgen ist, der unser und natürlich auch sein eigenes Wort sehr ernst nimmt. Im Unterschied zu uns vergisst er nicht, er erinnert sich an alle unsere Versprechen und Schwüre. Schauen wir uns im 28. Kapitel des Buches Genesis einmal das Beispiel Jakobs an:

1. Mose 28,10-22 (ELB): Und Jakob zog aus von Beerseba und ging nach Haran. Und er gelangte an einen Ort und übernachtete daselbst; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen von den Steinen des Ortes und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich nieder an selbigem Orte. Und er träumte : und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, und ihre Spitze rührte an den Himmel; und siehe, Engel Gottes stiegen auf und nieder an ihr. Und siehe, Jehova stand über ihr und sprach : Ich bin Jehova, der Gott Abrahams, deines Vaters, und der Gott Isaaks; das Land, auf welchem du liegst, dir will ich es geben und deinem Samen. Und dein Same soll werden wie der Staub der Erde, und du wirst dich ausbreiten nach Westen und nach Osten und nach Norden und nach Süden hin; und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde. Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wohin du gehst, und dich zurückbringen in dieses Land; denn ich werde dich nicht verlassen, bis ich getan, was ich zu dir geredet habe. Und Jakob erwachte von seinem Schlafe und sprach : Fürwahr, Jehova ist an diesem Orte, und ich wußte es nicht! Und er fürchtete sich und sprach : Wie furchtbar ist dieser Ort! Dies ist nichts anderes als Gottes Haus, und dies die Pforte des Himmels. Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und stellte ihn auf als Denkmal und goß Öl auf seine Spitze. Und er gab selbigem Orte den Namen Bethel; aber im Anfang war Lus der Name der Stadt. Und Jakob tat ein Gelübde und sprach : Wenn Gott mit mir ist und mich behütet auf diesem Wege, den ich gehe, und mir Brot zu essen gibt und Kleider anzuziehen, und ich in Frieden zurückkehre zum Hause meines Vaters, so soll Jehova mein Gott sein. Und dieser Stein, den ich als Denkmal aufgestellt habe, soll ein Haus Gottes sein; und von allem, was du mir geben wirst, werde ich dir gewißlich den Zehnten geben.


In dieser Geschichte sehen wir Gott, wie er Jakob im Traum ein bedingungsloses Versprechen gibt. Jakob reagiert darauf mit einem Versprechen seinerseits an Gott. Jakobs Versprechen aber beinhaltet vier Bedingungen. Zwanzig Jahre danach spricht Gott im Traum erneut zu Jakob und erinnert ihn an sein Versprechen:

1. Mose 31,13 (ELB): Ich bin der Gott von Bethel, wo du ein Denkmal gesalbt, wo du mir ein Gelübde getan hast. Nun mache dich auf, ziehe aus diesem Lande und kehre zurück in das Land deiner Verwandtschaft.


Wir waren hier Zeugen einer Geschichte, wo die Bedingungen nach zwanzig Jahren erfüllt wurden. Finden Sie, dass das doch ein bisschen lange dauerte? Natürlich kann sich niemand mit den Versprechen Gottes messen, die häufig bedingungslos sind und bis in „alle Ewigkeit“ gelten. Schauen wir uns beispielsweise das Versprechen an, das Gott dem Abraham (Abram) gab:

1. Mose 13,14-15 (ELB): Und Jehova sprach zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte : Hebe doch deine Augen auf und schaue von dem Orte, wo du bist, gegen Norden und gegen Süden und gegen Osten und gegen Westen! Denn das ganze Land, das du siehst, dir will ich es geben und deinem Samen auf ewig.


1. Mose 17,1-8 (ELB): Und Abram war neunundneunzig Jahre alt, da erschien Jehova dem Abram und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige; wandle vor meinem Angesicht und sei vollkommen. Und ich will meinen Bund setzen zwischen mir und dir und will dich sehr, sehr mehren. Da fiel Abram auf sein Angesicht, und Gott redete mit ihm und sprach : Ich, siehe, mein Bund ist mit dir, und du wirst zum Vater einer Menge Nationen werden. Und nicht soll hinfort dein Name Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn zum Vater einer Menge Nationen habe ich dich gemacht. Und ich werde dich sehr, sehr fruchtbar machen, und ich werde dich zu Nationen machen, und Könige sollen aus dir hervorkommen. Und ich werde meinen Bund errichten zwischen mir und dir und deinen Samen nach dir, nach ihren Geschlechtern, zu einem ewigen Bunde, um dir zum Gott zu sein und deinem Samen nach dir. Und ich werde dir und deinem Samen nach dir das Land deiner Fremdlingschaft geben, das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitztum, und ich werde ihr Gott sein.


Und nun schauen wir uns einmal an, was Gott über Schwüre und Versprechen zu sagen hat:

3. Mose 5,4-13 (ELB): oder wenn jemand schwört, indem er unbesonnen mit den Lippen redet, Böses oder Gutes zu tun, nach allem was ein Mensch mit einem Schwur unbesonnen reden mag, und es ist ihm verborgen, erkennt er es, so ist er schuldig in einem von diesen. Und es soll geschehen, wenn er sich in einem von diesen verschuldet, so bekenne er, worin er gesündigt hat; und er bringe sein Schuldopfer dem Jehova für seine Sünde, die er begangen hat : ein Weiblein vom Kleinvieh, ein Schaf oder eine Ziege zum Sündopfer; und der Priester soll Sühnung für ihn tun wegen seiner Sünde. Und wenn seine Hand das zu einem Stück Kleinvieh Hinreichende nicht aufbringen kann, so soll er für seine Schuld, die er auf sich geladen hat, zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben dem Jehova bringen: eine zum Sündopfer und eine zum Brandopfer. Und er soll sie zu dem Priester bringen; und dieser bringe die zum Sündopfer bestimmte zuerst dar und kneipe ihr den Kopf ein dicht beim Genick; er soll ihn aber nicht abtrennen. Und er sprenge von dem Blute des Sündopfers an die Wand des Altars, und das Übrige von dem Blute soll ausgedrückt werden an den Fuß des Altars : es ist ein Sündopfer. Und die andere soll er als Brandopfer opfern nach der Vorschrift. Und so tue der Priester Sühnung für ihn wegen seiner Sünde, die er begangen hat, und es wird ihm vergeben werden. Und wenn seine Hand zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nicht aufbringen kann, so bringe der, welcher gesündigt hat, als seine Opfergabe ein Zehntel Epha Feinmehl zum Sündopfer; er soll kein Öl darauf tun und keinen Weihrauch darauf legen, denn es ist ein Sündopfer. Und er soll es zu dem Priester bringen; und der Priester nehme davon seine Hand voll, das Gedächtnisteil desselben, und räuchere es auf dem Altar, auf den Feueropfern Jehovas : es ist ein Sündopfer. Und so tue der Priester Sühnung für ihn wegen seiner Sünde, die er begangen hat in einem von diesen, und es wird ihm vergeben werden; und es soll dem Priester gehören wie das Speisopfer.


3. Mose 19,12 (ELB): Und ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen, daß du den Namen deines Gottes entweihest. Ich bin Jehova.


4. Mose 30,2-3 (ELB): Und Mose redete zu den Häuptern der Stämme der Kinder Israel und sprach : Dies ist es, was Jehova geboten hat : Wenn ein Mann dem Jehova ein Gelübde tut, oder einen Eid schwört, ein Verbindnis auf seine Seele zu nehmen, so soll er sein Wort nicht brechen: nach allem, was aus seinem Munde hervorgegangen ist, soll er tun.


4. Mose 30,4-16 (ELB): Und wenn ein Weib dem Jehova ein Gelübde tut oder ein Verbindnis auf sich nimmt im Hause ihres Vaters, in ihrer Jugend, und ihr Vater hört ihr Gelübde oder ihr Verbindnis, das sie auf ihre Seele genommen hat, und ihr Vater schweigt gegen sie: so sollen alle ihre Gelübde bestehen, und jedes Verbindnis, das sie auf ihre Seele genommen hat, soll bestehen. Wenn aber ihr Vater ihr gewehrt hat an dem Tage, da er es hörte, so sollen alle ihre Gelübde und alle ihre Verbindnisse, die sie auf ihre Seele genommen hat, nicht bestehen; und Jehova wird ihr vergeben, weil ihr Vater ihr gewehrt hat. Und wenn sie etwa eines Mannes wird, und ihre Gelübde sind auf ihr, oder ein unbesonnener Ausspruch ihrer Lippen, wozu sie ihre Seele verbunden hat, und ihr Mann hört es und schweigt gegen sie an dem Tage, da er es hört: so sollen ihre Gelübde bestehen, und ihre Verbindnisse, die sie auf ihre Seele genommen hat, sollen bestehen. Wenn aber ihr Mann an dem Tage, da er es hört, ihr wehrt, so hebt er ihr Gelübde auf, das auf ihr ist, und den unbesonnenen Ausspruch ihrer Lippen, wozu sie ihre Seele verbunden hat; und Jehova wird ihr vergeben. - Aber das Gelübde einer Witwe und einer Verstoßenen : alles, wozu sie ihre Seele verbunden hat, soll für sie bestehen. - Und wenn ein Weib im Hause ihres Mannes ein Gelübde getan oder durch einen Eid ein Verbindnis auf ihre Seele genommen hat, und ihr Mann hat es gehört und gegen sie geschwiegen, er hat ihr nicht gewehrt: so sollen alle ihre Gelübde bestehen, und jedes Verbindnis, das sie auf ihre Seele genommen hat, soll bestehen. Wenn aber ihr Mann dieselben irgend aufgehoben hat an dem Tage, da er sie hörte, so soll alles, was über ihre Lippen gegangen ist an Gelübden und an Verbindnissen ihrer Seele, nicht bestehen; ihr Mann hat dieselben aufgehoben, und Jehova wird ihr vergeben. Jedes Gelübde und jeder Eid des Verbindnisses, um die Seele zu kasteien -ihr Mann kann es bestätigen, und ihr Mann kann es aufheben. Und wenn ihr Mann von Tag zu Tage gänzlich gegen sie schweigt, so bestätigt er alle ihre Gelübde oder alle ihre Verbindnisse, die auf ihr sind; er hat sie bestätigt, denn er hat gegen sie geschwiegen an dem Tage, da er sie hörte. Wenn er sie aber irgend aufhebt, nachdem er sie gehört hat, so wird er ihre Ungerechtigkeit tragen.


5. Mose 23,22-24 (ELB): Wenn du Jehova, deinem Gott, ein Gelübde tust, so sollst du nicht zögern, es zu bezahlen; denn Jehova, dein Gott, wird es gewißlich von dir fordern, und es wird Sünde an dir sein. Wenn du aber unterlässest zu geloben, so wird keine Sünde an dir sein. Was über deine Lippen gegangen ist, sollst du halten und tun, so wie du Jehova, deinem Gott, freiwillig gelobt, was du mit deinem Munde geredet hast.


Sprichwörter 20,25 (ELB): Ein Fallstrick des Menschen ist es, vorschnell zu sprechen: Geheiligt! und nach den Gelübden zu überlegen.


Ich glaube, dass die Menschen in längst vergangenen Zeiten ihre Versprechen und Schwüre ernst nahmen – viel ernster, als wir das heute tun. Das Volk der Israeliten kannte die Gebote Gottes in Bezug auf Schwüre und Versprechen, und es wusste auch, dass Gott den, der einen Meineid schwört, nicht ungestraft lässt. Schauen wir uns diesbezüglich wenigstens ein Beispiel aus der Bibel an. Die Situation ist folgende: Die Israeliten hatten gerade Kundschafter nach Jericho geschickt, um Einzelheiten über die Stadt und deren Bewohner in Erfahrung zu bringen. Sie begaben sich in Lebensgefahr, doch zu ihrem Glück versteckte eine Hure – Rahab – sie bei sich. Sie mussten ihr aber schwören, sie (und ihre ganze Familie) als Gegenleistung am Leben zu lassen, falls sie die Stadt erobern sollten:

Josua 2,12-21 (ELB): Und nun schwöret mir doch bei Jehova, weil ich Güte an euch erwiesen habe, daß auch ihr an meines Vaters Hause Güte erweisen werdet; und gebet mir ein zuverlässiges Zeichen, und lasset meinen Vater und meine Mutter und meine Brüder und meine Schwestern und alle ihre Angehörigen am Leben und errettet unsere Seelen vom Tode! Und die Männer sprachen zu ihr: Unsere Seele soll an eurer Statt sterben, wenn ihr diese unsere Sache nicht verratet; und es soll geschehen, wenn Jehova uns das Land gibt, so werden wir Güte und Treue an dir erweisen. Da ließ sie sie an einem Seile durch das Fenster hinunter; denn ihr Haus war in der Stadtmauer, und sie wohnte in der Stadtmauer. Und sie sprach zu ihnen : Gehet in das Gebirge, damit die Nachjagenden euch nicht treffen; und verberget euch daselbst drei Tage, bis die Nachjagenden zurückgekehrt sind, und danach gehet eures Weges. Und die Männer sprachen zu ihr: Wir werden dieses deines Eides ledig sein, den du uns hast schwören lassen: Siehe, wenn wir in das Land kommen, so sollst du diese Schnur von Karmesinfaden in das Fenster binden, durch welches du uns heruntergelassen hast, und sollst deinen Vater und deine Mutter und deine Brüder und das ganze Haus deines Vaters zu dir ins Haus versammeln; und es soll geschehen, wer irgend aus der Tür deines Hauses auf die Straße gehen wird, dessen Blut sei auf seinem Haupte, und wir werden unseres Eides ledig sein. Jeder aber, der bei dir im Hause sein wird, dessen Blut sei auf unserem Haupte, wenn Hand an ihn gelegt wird. Und wenn du diese unsere Sache verrätst, so werden wir deines Eides ledig sein, den du uns hast schwören lassen. Und sie sprach : Nach euren Worten, also sei es! Und sie entließ sie, und sie gingen weg. Und sie band die Karmesinschnur ins Fenster.


Die Kundschafter kehrten wohlbehalten zu Josua zurück und erzählten ihm alles – einschließlich ihres Schwurs gegenüber der Hure Rahab. Und Josua nahm den Schwur nicht nur absolut ernst, sondern kümmerte sich auch selbst darum, dass er eingehalten wurde:

Josua 6,16-17 (ELB): Und es geschah beim siebten Male, als die Priester in die Posaunen stießen, da sprach Josua zu dem Volke : Erhebet ein Geschrei! Denn Jehova hat euch die Stadt gegeben. Und sie Stadt, sie und alles, was darin ist, soll dem Jehova ein Bann sein; nur Rahab, die Hure, soll am Leben bleiben, sie und alle, die bei ihr im Hause sind, weil sie die Boten versteckt hat, die wir ausgesandt haben.


Josua 6,21-23 (ELB): Und sie verbannten alles, was in der Stadt war, vom Manne bis zum Weibe, vom Knaben bis zum Greise, und bis zu den Rindern und Schafen und Eseln, mit der Schärfe des Schwertes. Und Josua sprach zu den beiden Männern, die das Land ausgekundschaftet hatten: Gehet in das Haus der Hure, und führet das Weib und alle ihre Angehörigen von dannen heraus, wie ihr es ihr geschworen habt. Da gingen die Jünglinge, die Kundschafter, hinein und führten Rahab und ihren Vater und ihre Mutter und ihre Brüder und alle ihre Angehörigen hinaus: alle ihre Geschlechter führten sie hinaus; und sie ließen sie außerhalb des Lagers Israels.


Die Bewohner von Gibeon griffen auf eine List zurück, um nicht wie die anderen Völker, die im Gebiet des von Gott verheißenen Landes siedelten, ausgerottet zu werden. Sie schlossen mit Josua einen Vertrag, dass sie ihm dienen werden und er sie als Gegenleistung am Leben lässt. Josua beging den Fehler, dass er Gott nicht danach befragte, wie sich die Situation verhält. Doch ein Versprechen ist ein Versprechen, schauen wir uns also einmal an, wie die Israeliten mit dieser Situation umgingen:

Josua 9,14-20 (ELB): Und die Männer nahmen von ihrer Zehrung; aber den Mund Jehovas befragten sie nicht. Und Josua machte Frieden mit ihnen und machte mit ihnen einen Bund, sie am Leben zu lassen; und die Fürsten der Gemeinde schwuren ihnen. Und es geschah am Ende von drei Tagen, nachdem sie einen Bund mit ihnen gemacht hatten, da hörten sie, daß sie nahe bei ihnen waren und mitten unter ihnen wohnten. Da brachen die Kinder Israel auf und kamen zu ihren Städten am dritten Tage; und ihre Städte waren Gibeon und Kephira und Beeroth und Kirjath-Jearim. Und die Kinder Israel schlugen sie nicht, weil die Fürsten der Gemeinde ihnen bei Jehova, dem Gott Israels, geschworen hatten. Da murrte die ganze Gemeinde wider die Fürsten. Und alle Fürsten sprachen zu der ganzen Gemeinde: Wir haben ihnen bei Jehova, dem Gott Israels, geschworen, und nun können wir sie nicht antasten. Das wollen wir ihnen tun und sie am Leben lassen, damit nicht ein Zorn über uns komme wegen des Eides, den wir ihnen geschworen haben.


Die Israeliten hatten zu großen Respekt vor der Tatsache, dass sie einen Eid geschworen hatten, als dass sie diesen Eid gebrochen hätten. Schauen wir uns einmal an, welche Gefahren in einem Schwur schlummern können und wie schmerzhaft es sein kann, einen Schwur zu erfüllen:

Richter 11,30-40 (ELB): Und Jephtha gelobte Jehova ein Gelübde und sprach: Wenn du die Kinder Ammon wirklich in meine Hand gibst, so soll das, was zur Tür meines Hauses herausgeht, mir entgegen, wenn ich in Frieden von den Kindern Ammon zurückkehre, es soll Jehova gehören, und ich werde es als Brandopfer opfern! Und so zog Jephtha gegen die Kinder Ammon, um wider sie zu streiten; und Jehova gab sie in seine Hand. Und er schlug sie von Aroer an, bis man nach Minnith kommt, zwanzig Städte, und bis nach Abel-Keramim, und er richtete eine sehr große Niederlage unter ihnen an; und die Kinder Ammon wurden gebeugt vor den Kindern Israel. Und als Jephtha nach Mizpa, nach seinem Hause kam, siehe, da trat seine Tochter heraus, ihm entgegen, mit Tamburinen und mit Reigen; und sie war nur die einzige; außer ihr hatte er weder Sohn noch Tochter. Und es geschah, als er sie sah, da zerriß er seine Kleider und sprach : Ach, meine Tochter! Tief beugst du mich nieder; und du, du bist unter denen, die mich in Trübsal bringen! Denn ich habe meinen Mund gegen Jehova aufgetan und kann nicht zurücktreten! Und sie sprach zu ihm: Mein Vater, hast du deinen Mund gegen Jehova aufgetan, so tue mir, wie es aus deinem Munde hervorgegangen ist, nachdem Jehova dir Rache verschafft hat an deinen Feinden, den Kindern Ammon. Und sie sprach zu ihrem Vater: Es geschehe mir diese Sache: Laß zwei Monate von mir ab, daß ich hingehe und auf die Berge hinabsteige und meine Jungfrauschaft beweine, ich und meine Freundinnen. Und er sprach: Gehe hin. Und er entließ sie auf zwei Monate. Und sie ging hin, sie und ihre Freundinnen, und beweinte ihre Jungfrauschaft auf den Bergen. Und es geschah am Ende von zwei Monaten, da kehrte sie zu ihrem Vater zurück. Und er vollzog an ihr das Gelübde, das er gelobt hatte. Sie hatte aber keinen Mann erkannt. Und es wurde zum Gebrauch in Israel: Von Jahr zu Jahr gehen die Töchter Israels hin, um die Tochter Jephthas, des Gileaditers, zu preisen vier Tage im Jahre.


Und nun schauen wir uns im neuen Bund einmal an, was denn Jesus dazu zu sagen hat:

Matthäus 5,33-37 (SCHL): Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten«. Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.


Jakobus 5,12 (SCHL): Vor allem aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit irgendeinem anderen Eid; euer Ja soll ein Ja sein, und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht unter ein Gericht fallt.



Zusammenfassung:

Wir haben uns jetzt ein paar wichtige Bibelstellen angeschaut, die das Thema Versprechen und Schwüre betreffen. Ich könnte mir vorstellen, dass viele von uns nach dem Lesen dieser Bibelanalyse nicht nur vor leichtfertigen Versprechen und Schwüren, sondern vor jeglichen Schwüren wirkliche Angst befällt. Gott nimmt seine Versprechen und Verheißungen absolut ernst, und ebenso ernst nimmt er alle unsere Versprechen (deren Erfüllung er von uns erwartet und einfordern wird). Und bei niemandem (auch nicht bei Gott) können Sie mit Ihren Versprechen und Schwüren Eindruck machen, das können Sie nur mit Ihren Taten. Mein Rat lautet also genauso wie die Überschrift dieses Artikels und ähnlich wie die Warnung Jesu: „Schwören Sie nicht, versprechen Sie nicht, tun Sie’s einfach!“

 
Libor Diviš

 

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