Ein Fläschchen gefällig?

Nadab und Abihu

3. Mose 10,1-11 (ELB): Und die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen ein jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer vor Jehova dar, das er ihnen nicht geboten hatte. Da ging Feuer von Jehova aus und verzehrte sie, und sie starben vor Jehova. Und Mose sprach zu Aaron : Dies ist es, was Jehova geredet hat, indem er sprach : In denen, die mir nahen, will ich geheiligt, und vor dem ganzen Volke will ich verherrlicht werden. Und Aaron schwieg. Und Mose rief Misael und Elzaphan, die Söhne Ussiels, des Oheims Aarons, und sprach zu ihnen: Tretet herzu, traget eure Brüder von dem Heiligtum hinweg außerhalb des Lagers. Und sie traten herzu und trugen sie in ihren Leibröcken hinweg außerhalb des Lagers, so wie Mose geredet hatte. - Und Mose sprach zu Aaron und zu Eleasar und zu Ithamar, seinen Söhnen: Eure Häupter sollt ihr nicht entblößen und eure Kleider nicht zerreißen, damit ihr nicht sterbet, und er nicht erzürne über die ganze Gemeinde; aber eure Brüder, das ganze Haus Israel, sollen diesen Brand beweinen, den Jehova angerichtet hat. Und von dem Eingang des Zeltes der Zusammenkunft sollt ihr nicht weggehen, daß ihr nicht sterbet; denn das Öl der Salbung Jehovas ist auf euch. Und sie taten nach dem Worte Moses. Und Jehova redete zu Aaron und sprach: Wein und starkes Getränk sollst du nicht trinken, du und deine Söhne mit dir, wenn ihr in das Zelt der Zusammenkunft hineingehet, daß ihr nicht sterbet - eine ewige Satzung bei euren Geschlechtern - und damit ihr unterscheidet zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen und zwischen dem Reinen und dem Unreinen, und damit ihr die Kinder Israel lehret alle die Satzungen, die Jehova durch Mose zu euch geredet hat.


Was für eine schreckliche Geschichte! Man fragt sich unweigerlich: Warum eine so grausame Strafe für ein „kleines unerlaubtes Feuer“? Was haben sich diese Priester eigentlich zu Schulden kommen lassen? Wie ich schon mehrmals betonte, legt sich die Bibel gewöhnlich selbst aus, und auch in diesem Fall ist es nicht anders. Gleich darauf spricht Gott zu Aaron (dem Vater der beiden Priester, und zugleich dem Hohenpriester der ganzen israelitischen Volksgemeinschaft) und legt ihm dar, um was für ein „fremdes Feuer“ es sich hier gehandelt hatte:

3. Mose 10,9 (ELB): Wein und starkes Getränk sollst du nicht trinken, du und deine Söhne mit dir, wenn ihr in das Zelt der Zusammenkunft hineingehet, daß ihr nicht sterbet - eine ewige Satzung bei euren Geschlechtern


Grund für die „Kremation“ dieser Priester war die Tatsache, dass sie in betrunkenem Zustand vor Gott hingetreten waren. An die Heiligkeit Gottes hatten sie gar nicht mehr gedacht und waren somit ohne Furcht vor Gott hingetreten. Was er einem „normalen“ Israeliten vielleicht noch hätte durchgehen lassen, ließ Er den Priestern des höchsten Gottes nicht durchgehen. Und das, was Er diesen Priestern noch durchgehen ließ, würde Er Moses wahrscheinlich nicht durchgehen lassen. Wie Gott sagte:

3. Mose 10,3 (ELB): Und Mose sprach zu Aaron: Dies ist es, was Jehova geredet hat, indem er sprach : In denen, die mir nahen, will ich geheiligt, und vor dem ganzen Volke will ich verherrlicht werden. Und Aaron schwieg.


Es ist toll, Gott nahe zu sein, doch dabei muss uns stets bewusst sein, wer Gott ist! Je näher wir Gott sein wollen, desto reiner (heiliger) müssen wir selbst sein. Ich möchte das jetzt nicht näher beleuchten und komme wahrscheinlich in einem eigenen Artikel noch einmal auf das Thema Heiligkeit zurück.


Die gleiche Regel, die Gott den Priestern anbefahl, mahnte er auch ein paar Jahrhunderte später an:

Ezechiel 44,21 (ELB): Und kein Priester soll Wein trinken, wenn sie in den inneren Vorhof gehen.


Schauen wir uns nun einmal ein paar ähnliche Weisungen für jemanden an, der sich eine Zeitlang für Gott abkapseln, sich Gott „heiligen“ wollte:

4. Mose 6,2-4 (ELB): Rede zu den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder ein Weib sich weiht, indem er das Gelübde eines Nasirs gelobt, um sich für Jehova abzusondern, so soll er sich des Weines und des starken Getränks enthalten : Essig von Wein und Essig von starkem Getränk soll er nicht trinken; und keinerlei Traubensaft soll er trinken, und Trauben, frische oder getrocknete, soll er nicht essen. Alle die Tage seiner Absonderung soll er von allem, was vom Weinstock bereitet wird, von den Kernen bis zur Hülse, nicht essen.


Eine nichtbiblische Bibelauslegung nahm uns nicht nur die Angst vor Gott, sondern auch die Furcht vor Ihm. Wie viele von uns empfinden noch eine wirkliche Gottesfurcht? Wer von uns macht sich noch unmissverständlich klar, dass wir dem „lebendigen“ Gott dienen, der „verzehrendes Feuer“ ist:

Hebräer 12,28-29 (ELB): Deshalb, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, laßt uns Gnade haben, durch welche wir Gott wohlgefällig dienen mögen mit Frömmigkeit und Furcht. "Denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer."


Ich glaube, wir sollten uns zudem bewusst machen, dass alle, die glauben, in gewisser Weise als Priester bezeichnet werden können:

1. Petrus 2,9 (ELB): Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;


Angesichts dessen, dass Gott einst gesagt hatte, dass das Gebot, sich jeglichen Alkoholgenusses zu enthalten, für Priester für immer und ewig Gültigkeit besitzt, sollten auch wir dieses Gebot ernst nehmen. Es geht nicht darum, dass wir nie ein Gläschen Wein oder ein anderes alkoholisches Getränk trinken dürften, aber wir sollten nicht in betrunkenem Zustand vor Gott hintreten. Ich weiß, das Gott sehr barmherzig ist und er wohl kaum Feuer auf uns werfen würde, so wie er dies mit Aarons Söhnen tat, aber denken wir doch bitte einmal darüber nach! Ich kann mir kaum vorstellen, dass mich jemand anruft und um ein Gebet bittet und ich dann sternhagelvoll etwas daherlalle, etwa: „Im Namen Jesu von Nazareth gebiete ich den Krankheiten und Dämonen, von diesem Menschen abzulassen“. Ja, käme das denn keiner Beleidigung Gottes gleich?


Für Menschen allgemein gilt das Verbot von Wein und sonstigem Alkohol nicht. Schauen wir uns einmal an, was Gott beispielsweise darüber sagt, wie sich die Leute in Bezug auf den „Zehnten“ zu verhalten haben:

5. Mose 14,26 (ELB): Und gib das Geld für alles, was deine Seele begehrt, für Rinder und für Kleinvieh und für Wein und für starkes Getränk, und für alles, was deine Seele wünscht; und iß daselbst vor Jehova, deinem Gott, und freue dich, du und dein Haus.


Der Psalmist sagt, dass Wein ein Geschenk Gottes ist, das den Menschen erfreuen soll:

Psalmen 104,15 (ELB): und damit Wein des Menschen Herz erfreue; um das Angesicht glänzen zu machen von Öl, und damit Brot des Menschen Herz stärke.


Aber auch hier gilt, wie immer im Leben: Man soll nichts übertreiben. Die Sprüche warnen uns:

Sprichwörter 21,17 (ELB): Wer Freude liebt, wird ein Mann des Mangels werden; wer Wein und Öl liebt, wird nicht reich.

Sprichwörter 23,20-21 (ELB): Sei nicht unter Weinsäufern, noch unter denen, die Fleisch verprassen; denn ein Säufer und ein Schlemmer verarmen, und Schlummer kleidet in Lumpen.

Sprichwörter 23,31-35 (ELB): Sieh den Wein nicht an, wenn er sich rot zeigt, wenn er im Becher blinkt, leicht hinuntergleitet. Sein Ende ist, daß er beißt wie eine Schlange und sticht wie ein Basilisk. Deine Augen werden Seltsames sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden. Und du wirst sein wie einer, der im Herzen des Meeres liegt, und wie einer, der da liegt auf der Spitze eines Mastes. "Man hat mich geschlagen, es schmerzte mich nicht; man hat mich geprügelt, ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Ich will es wieder tun, will ihn abermals aufsuchen."

Jesaja 5,11-12 (ELB): Wehe denen, die des Morgens früh sich aufmachen, um starkem Getränk nachzulaufen, bis spät am Abend bleiben-der Wein erhitzt sie! Und Laute und Harfe, Tamburin und Flöte und Wein sind bei ihrem Gelage; aber auf das Tun Jehovas schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht.

Jesaja 28,7-10 (ELB): Und auch diese wanken vom Wein und taumeln von starkem Getränk : Priester und Prophet wanken von starkem Getränk, sind übermannt vom Wein, taumeln vom starken Getränk; sie wanken beim Gesicht, schwanken beim Rechtsprechen. Denn alle Tische sind voll unflätigen Gespeies, daß kein Platz mehr ist. Wen soll er Erkenntnis lehren, und wem die Botschaft verständlich machen? Den von der Milch Entwöhnten, den von den Brüsten Entfernten? Denn es ist Gebot auf Gebot, Gebot auf Gebot, Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, hier ein wenig, da ein wenig!


Den letzten Versen können wir entnehmen, dass übermäßiger Alkoholgenuss unser Reden wie unser Verhalten verändern, uns abhängig machen und am Ende bewirken kann, dass wir Gott vergessen und wir schließlich nicht mehr in der Lage sind, sein Wort zu empfangen und zu begreifen.....


Es ist also keineswegs so, dass Gott Alkohol pauschal verbieten würde, auch seinen Dienern nicht. Nur – betrinken dürfen sie sich nicht:

Epheser 5,18 (ELB): Und berauschet euch nicht mit Wein, in welchem Ausschweifung ist, sondern werdet mit dem Geiste erfüllt,

1. Timotheus 3,8 (ELB): Die Diener desgleichen, würdig, nicht doppelzüngig, nicht vielem Wein ergeben, nicht schändlichem Gewinn nachgehend,


Der Apostel Paulus schreibt an Timotheus:

1. Timotheus 5,23 (ELB): Trinke nicht länger nur Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein, um deines Magens und deines häufigen Unwohlseins willen.


Über Wein äußert sich auch Jesus, unter anderem am Vorabend seiner Kreuzigung:

Matthäus 26,26-29 (ELB): Während sie aber aßen, nahm Jesus Brot, segnete, brach und gab es den Jüngern und sprach : Nehmet, esset; dieses ist mein Leib. Und er nahm [den] Kelch und dankte und gab ihnen denselben und sprach: Trinket alle daraus. Denn dieses ist mein Blut, das des [neuen] Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch aber, daß ich von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken werde, bis an jenem Tage, da ich es neu mit euch trinken werde in dem Reiche meines Vaters.

Lukas 22,19-20 (ELB): Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dieses tut zu meinem Gedächtnis! Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahle und sagte : Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.



Schluss:

Ursprünglich wollte ich eigentlich nur darlegen, warum die Söhne Aarons zu Tode gekommen waren, aber wie ich jetzt sehe, wurde daraus am Ende eine Analyse zum Thema „Alkohol“. Wir stellen fest, dass Gott Alkohol nicht verbietet. Uns mit Alkohol zu berauschen - d.h. zu betrinken - verbietet er aber sehr wohl. Strengere Regeln gelten hingegen für die Diener Gottes - Priester dürfen sich in betrunkenem Zustand nicht der Gegenwart Gottes nähern (Aarons Söhne bezahlten dies mit ihrem Leben). Die Bibel denkt auch insofern sehr praktisch, als sie uns vor den Folgen eines übermäßigen Alkoholkonsums warnt (Armut, Abhängigkeit, Verhaltensänderungen zum Schlechteren hin, Verlust des Interesses an den Dingen, die mit Gott zu tun haben…) Ziel dieses Artikels war es nicht, Alkohol „außerhalb des Gesetzes“ zu stellen, es sollte nur die diesbezügliche Sichtweise der Bibel aufgezeigt werden.

 

Libor Diviš

 

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